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Bezeichnung Hessisches Landesmuseum
Ort Darmstadt
  Friedensplatz 1
Bauzeit 1887 bis 1902
Zustand erhalten
heutige Nutzung Museum
Bemerkung Im Darmstädter Schloss war die von Großherzog Ludwig I. gestiftete
Gesamtansicht vor 1906
  Sammlung nur notdürftig und nicht nach konservatorischen Regeln
  untergebracht. Trotzdem entschloss sich Großherzog Ludwig IV. erst
  1891 zu einem Wettbewerb für einen Museumsbau. Als der Großherzog
  1892 starb, hinterließ er seinem Sohn, Großherzog Ernst Ludwig, die
  Verantwortung für die Weiterführung des Projektes. Ernst Ludwig kippte
  kurzerhand den Wettbewerb, ignorierte die Wettbewerbsergebnisse und
  beauftragte Alfred Messel, einen Museumsbau zu entwerfen.
  Vorgespräche mit dem künftigen Architekten bestätigten den
  Großherzog in seiner Wahl.
   
  Erste Skizzen zeigen, dass sich die Ideen Messels von den Entwürfen
  der Wettbewerbsteilnehmer stark unterscheiden. Es ist genau der
  funktionale „Nutzbau“, den sich Ernst Ludwig für die Sammlungen
  wünschte. Einfache Gliederung und sparsame Dekoration bestimmen
Hauptportal
  die Außenfassade. Stilistische Ähnlichkeiten mit dem erst fünf Jahre
  später entstandenen und auf Funktionalität betonten Warenhaus
  Wertheim in Berlin sind zu erkennen.
   
  Der offizielle Entwurf 1893 folgt dem traditionellen Bautypus
  „Kunstmuseum“, der sich allerdings nicht des im 19. Jahrhundert
  üblichen blockförmigen Einheitsbaus bedient, sondern eine „gruppirte
  Anlage“ vorschlägt. Bauteile unterschiedlicher Höhe, Breite und
  Gliederung schieben sich ineinander und passen sich den Bedürfnissen
  der unterschiedlichen Sammlungen an. Das so gegliederte Bauvolumen
  fügt sich in die Lage an der Ecke des Platzes ein und nimmt Bezug zur
  umliegenden Bebauung.
Ausstellungsraum
     
  Zwischen dem offiziellen Entwurf von 1893 und dem 1897 bis 1902
  realisierten Museumsbau sind gravierende Veränderungen zu erkennen,
  die größtenteils eine von der Regierung eingesetzte
  Gutachterkommission forderte. Im Ganzen wirkt der ausgeführte Bau
  kompakter, das Charakteristische des Entwurfs von 1893, die „gruppirte
  Anlage“, scheint nicht mehr vorhanden zu sein. Der Turm nimmt nicht
  mehr die Proportionen der benachbarten Bauten Schloss und Theater
  auf, sondern ist erheblich höher und gestreckter.
  1906 findet die offizielle Einweihung statt, bei der Alfred Messel und
  Ludwig Hoffmann mit der Ehrendoktorwürde der TH Darmstadt
ausgezeichnet werden.
   
Innenhof
   
Zitat    
     
  „Dein Thurm wird sehr gut, ich habe ihn von allen Seiten, auch aus dem
  Herrengarten heraus besichtigt, von überall erscheint er famos und [...]
  macht den ganzen Bau vorzüglich. War dann im Inneren mit Diehl.
  Alles vortrefflich, reizende feine Kapitäle, prächtige Raumwirkung etc.
  Du bist doch am feinsten heraus damit, daß Du in der Heimatstadt den
  besten Bau hingestellt hast! Der heutige Eindruck übertraf die früheren
  bei Weitem, die ganze Sache ist einfach großartig.“
   
Grundriss EG
  Landesarchiv Berlin LAB, E Rep. 200-50, Nachlass Ludwig Hoffmann,  
 

Nr. 289/20

  [Anmerkung: Aus der Korrespondenz Ludwig Hoffmann – Alfred Messel:
  Nach Hoffmanns Besichtigung des Landesmuseums Darmstadt im
  Dezember 1902]
   
   
   
Alfred Messel - Faksimile
     
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